Anja Clement

11. Mai 2016
Anja Clement

Anja Clement„Ende ist erst zum Schluss“

Diesen Filmtitel finde ich total passend. Tja mit  13 Jahren ALS könnte man schon einen Roman schreiben. Nach der Diagnose war mein damals 10 jähriger Sohn mein Lebenselixier und mein Mann und meine Eltern der wichtigste Halt. Aber auch meine Freunde unterstützten mich und tun es immer noch. Ich bin darüber sehr dankbar. Ist ja nicht immer einfach mit einer so eingeschränkten Freundin.

Als Architektin mit Kind, Mann, Hund und Haushalt hatte ich nie Langeweile.  Das Leben raste an mir vorbei. Und dann diese Diagnose.

Nach einer Reha in der Weserberglandklinik begann ich, mein Leben neu zu ordnen. Die ALS-Ambulanz der Charité und die Selbsthilfegruppe in Berlin waren wichtig, um den roten Faden zu finden. So lernte ich auch Oliver Jünke kennen. Nach unserer ersten gemeinsamen Reise fasste ich Mut, wieder Urlaube zu planen. Es muss nicht immer alles perfekt sein. Man kann viel improvisieren.

Durch meine Erkrankung lernte ich viele neue Menschen kennen. Sehr interessante Persönlichkeiten mit Herz und Verstand. Im Kreis anderer Betroffener fühle ich mich wohl und auch nicht so behindert. Ich denke, dass ist ein wichtiger Aspekt unseres Vereins.

Mehrfach war ich in der Rehaklinik Hoher Meißner in Bad Sooden-Allendorf. Es hat mich körperlich immer ein Stück weit stabilisiert. Die Therapeuten und Ärzte sind mit der Erkrankung gut vertraut und sehr engagiert.

Ich bin immer wieder über mich selbst erstaunt, wie man sich doch an die Einschränkungen gewöhnt, es auch mit ALS einen Alltag gibt. 2 Katzen aus dem Tierheim ersetzen nun den Hund. Da ich mich sehr für kulturelle Dinge interessiere, finde ich immer wieder interessante Abwechslung und auch Ablenkung.

Natürlich fehlt mir mein Beruf. Also ich helfe gerne beratend bei Umbauten in der Wohnung oder vielleicht sogar einem Neubau. Handy 0170 93 777 34 oder per Mail  anja.clement@als-mobil.de.

Ich wünsche allen Betroffenen Geduld, Kreativität, Durchsetzungsvermögen und Humor